EXIT – tönt das schlecht

Vom Verkaufen einer Firma. Der Verkauf bzw. der „Exit“ ist selten ein grosses Thema als Unternehmer. Dabei tönt auch „Exit“ wie das „Sterben“ oder „Ableben“ und ist eigentlich das falsche Wort. Und trotzdem muss man damit umgehen können bzw. gehört es ab einer gewissen Entwicklung des Unternehmens zu der Unternehmungsstrategie.

Ich habe gerade in dieser Zeit zwei Unternehmen auf diesem Weg (GenevaLogic und Plazes) intensiv begleitet. Eines davon ist GenevaLogic. Für mich liegt natürlich diese Firma enorm nahe und daher war der Entscheid auch kein einfacher. Prinzipiell ist ein Verkauf eines Unternehmens ein Entscheid der Sorgfältig abgewogen werden sollte. Je nach den möglichen Alternativen muss natürlich der Prozess umfangreicher gestaltet werden.

Bei GenevaLogic gehörte diese Prüfung bei jeder strategischen Ausrichtung der Unternehmung immer auch dazu. Die eigene Akquisitionsstrategie sowie auch eine mögliche Konsolidierung oder suche nach strategische Partnern sollte bei einer Strategiefindung immer auch diskutiert und geprüft werden. Und zwar möglichst frei von Emotionen – ich gebs zu dies ist nicht immer möglich.

Bei GenevaLogic haben viele Faktoren uns schlussendlich dazu bewogen, dass Angebot eines unseres grössten Konkurrenten anznehmen. Hier einige Punkte aus diesem Katalog:
– Die strategische Ergänzung unserer Produktepalette ist gross
– Die starke Kompetenz im Bereich Bildung ist etwas was dem Anderen (Netop) fehlt
– Die Marktstärke vor allem in den USA und DACH ergänzt sich perfekt mit der Marktstärke von Netop in Skandinavien und UK
– Die Chemie, sowie die Auffassung wie sich Märkte strategisch bewegen werden passt

Ein ganz wichtiger Punkt ist zudem, dass GenevaLogic sehr viel in den Aufbau einer komplett neuentwickelten Produktepalette investiert hat. Diese können wir nun mit dem Power unseres neuen Partners besser lancieren.

Deshalb ist die Übernahme von GenevaLogic durch Netop nicht einfach nur ein Exit, sondern eine nächste Station auf dem Weg der Entwicklung des Unternehmens. Der Verlust der Eigenständigkeit kann deshalb die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten nicht aufwiegen. Das heisst, dass damit auch der Fortbestand der aufgebauten Kompetenz, des Teams und damit auch der Mitarbeiter erhalten bleibt. Auch wenn es dadurch zu Überlappungen in einzelnen Bereichen kommen kann.

Als Unternehmer ist ein solcher Schritt immer auch mit Wehmut verbunden. Und wenn die MitarbeiterInnen diese Wehmut teilen, dann zeigt dies, dass die Identifikation, die geschaffen wurde, das gemeinsame Aufbauen dazu geführt hat, dass die Mitarbeiter auch zu UnternehmerInnen geworden sind. Deshalb freue ich mich auch weiterhin mit meinen Mitarbeitern die Zukunft im Bereich Software für Schulen mitgestalten zu können – noch viel stärker als vorher.

Ein Gedanke zu „EXIT – tönt das schlecht

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s