Wo bist Du?

Endlich geschafft! Die Jungs in Berlin werdeen aufatmen: Die neue Version von plazes ist online. Sie vereint Twitter und das „alte“ Plazes und schafft so eine viel stärkere „stickyness“. Ich bin gespannt wie die neuen Funktionen von den Nutzern aufgenommen werden.

Wir haben bei plazes viel über die ganzen Community Funktionen diskutiert, auch haben wir eine ganze Liste von Ideen, wie wir die Funktionen nun weiter ausbauen können. Doch einmal mehr hat sich gezeigt, dass man einen Schritt nach dem anderen gehen muss. Zuviel auf einmal, kann schlussendlich zu viel Komplexität und damit zu Verzögerungen führen.

Auf alle Fälle graultiere ich dem Team zum Launch der Seite.

So viel in eigener Sache 😉

Hier noch einige Reviews über die neue Version von plazes:

http://inside.gigalinux.org/2007/05/29/das-neue-plazes-im-test/

http://blog.helmschrott.de/webservices/plazes-und-wo-bist-du

http://blog.ginader.de/archives/2007/05/30/Der-neueste-Twitter-Clone-heisst-Plazes!.php

China bloggt!

Bin in dieser Woche in Beijing und Hong Kong unterwegs. Ich hatte mehrere Meetings mit unseren Leuten von GenevaLogic China. So hatte ich auch die Gelegenheit den Pilotkunden von SpeedLingua die Beijing Foreign Studies University zu besuchen.

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In dem Trainingscenter haben wir einen Klassenraum mit SpeedLingua eingerichtet. Dort werden für 2 Wochen 40 Studenten Englisch mit SpeedLingua trainieren. Parallel dazu trainiert die Klasse B auch mit ca. 40 Studenten ohne SpeedLingua für 14 Tage. Danach werden die Testresultate beider Klasse Vorher/Nachher verglichen. Wir sind sehr gespannt auf die Resultate. BeiWai, wie die Uni auch heisst, gilt als die renommierteste Sprachuniversität in China.

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Es war sehr eindrücklich, die Infrastruktur dieser Uni zu beobachten. Bei uns würden wohl solche Lernverhältnisse punkto Platz/Student oder auch die sanitären Einrichtungen kaum akzeptiert 😉

Auf dem Flug mit China Airlines nach Hong Kong, habe ich einmal mehr das immense Markt Potential unserer Software Lösung in China bestätigt erhalten – die Stewardessen waren in Englisch kaum zu verstehen, der Wortschatz ist da, aber die Aussprache hapert gewaltig.

In Beijing traf ich für einen Gedankenaustausch Xinju Song. Er ist verantwortlich für openBC/Xing China. Er hat zudem eine Online Weiterbildungsplattform, die er in China sehr erfolgreich betreibt. Er hat mir erzählt, dass mittlerweile beim China-News-Dienst Sina (Grösstes Portal in China) mehr User im Bereich Blogs als im Bereich News sind. Blogs seien in China enorm im Trend. Interessant ist aber, dass der Zugang zu Online Blogs wie WordPress nach wie vor gesperrt ist. Deshalb kommt der China Update hier aus Hong Kong.

Wann könntest Du?

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Terminkoordination war schon immer ein Gebiet, mit dem ich mich intensiv auseinander gesetzt habe. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass ich oft Termine mit Leuten ausserhalb der gleichen Organisation koordinieren muss. Ob neue Kalender wie in Google, oder neue Technologien in zimbra oder zarafa, Termine oder Meetings zu koordinieren, war für mich immer ein grosses Thema. Auch habe ich diese Funktion oft in Xing benutzt. Leider haben alle diese Angebote eines gemeinsam: Sie sind zu kompliziert!

Nun kommt ein neues Angebot auf den Markt: togedda

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Ihr Slogan: togedda! is the leading web-based tool and social platform to make organizing,managing, and participating in group activities easy and even more fun!

Togedda will ähnlich einem Doodle Termine einfachst koordinieren. Aber noch mehr: Innerhalb von togedda können Termine in sogenannten Channels veröffentlicht werden.

Ich begleite das Team (Daniel Broger, Alexander Zimmermann und Andreas Slotosch) nun schon eine Weile. Was mich überzeugt, ist die Art und Weise, wie auch Rückschläge (Ausstieg eines Gründers) weggesteckt wurden und das Ziel aus eigenerKraft erreicht wurde: Going Live ohne eine grosse Finanzspritze! Das ist bemerkenswert. Ich bin nun gespannt, wie die erste Version weiter ausgebaut wird (muss noch runder und einfacher werden), und wie sie sich gegenüber anderen europäischen Plattformen wie amiando durchsetzen kann.

Über das Scheitern

Gedanken zur Startup Sendung auf SF1 heute Abend über den Workshop, die die jungen UnternehmerInnen bei mir durchgeführt haben.

Ich habe von Beginn weg das Konzept Startup vom SF1 stark unterstützt, da ich einfach der Meinung bin, dass wir gerade in der Schweiz noch viel mehr Unternehmertum und Risikobereitschaft brauchen. Auch wollte ich seit Miracle auch klar machen, dass das Leben auch nach einem harten Rückschlag weiter geht und das jeder UnternehmerIn sich nicht vor dem Scheitern fürchten müssen. Da ich noch nicht weiss, wie der Beitrag heute Abend ausschauen wird, habe ich mir gedacht, einige persönliche Gedanken dazu hier in meinem Blog zu veröffentlichen.

Fehlertoleranz gezielt fördern
Hier ein Beispiel aus der Schule: Meine 11-jährige Tochter hat die Hausaufgabe bekommen, in 20 Minuten so viele Rechenaufgaben wie möglich zu lösen. Welche Strategie soll sie wählen und was wird belohnt werden?
a.    Auf Nummer sicher gehen und 18 Aufgaben lösen, mit der grossen Chance keine Fehler zu machen – jedoch nicht alle geschafft zu haben?
b.    Auf „Tutti“ gehen und versuchen, alle 20 Aufgaben zu lösen, jedoch mit dem Risiko eventuell vielleicht 2 oder 3 Fehler zu machen?
Was denkt Ihr?
Ich glaube dies ist eine ganz typisch „Schweizerische-Tugend-Aufgabe“ – nicht? Ich habe noch im Ohr: „Wir können mit erhobenem Haupt nach Hause fahren – wir haben gut gespielt, aber es hat halt nicht ganz gereicht“ (Köbi Kuhn WM 2006 oder auch Euro 2004)

Der gesunde Umgang mit Risiko – gezielt fördern
Wir brauchen risikofreudige UnternehmerInnen. Ich meine damit nicht „Base-Jumper-Unternehmer“ – entweder geht der Fallschirm auf oder nicht. Nein – ich meine der unverkrampfte Umgang mit Risiko. Gerade in der Softwareindustrie ist Innovation mit eher grösserem Risiko verbunden. Wer bewusst Risiko nimmt, muss belohnt werden! In jedem Fall. Weil nur wer was wagt, kann auch weiter kommen. Schön gesagt werdet Ihr denken: Konkret heisst dies für mich, dass wir Kinder, die es wagen, die 20 Aufgaben alle zu lösen, belohnen und nicht bestrafen, wenn eine davon falsch war. Konkret heisst dies, dass ich den vier jungen angehenden Unternehmer, die ein tolles Internet-Projekt vorhaben und nun 6 Monate geforscht und analysiert haben, zurufe: „Los jetzt – auf Tutti gehen“ – Sicherheitsleinen im bestehenden Job loslassen und die 20 Aufgaben lösen – nicht 18 – nicht noch 5 Minuten verlieren und ausrechnen wie viel die exakte durchschnittliche Zeit pro Aufgabe sein müsste, um 19 zu lösen und, ob 19 dann ausreichen könnten, um mit der Note „Gut“ abzuschneiden.

Scheitern üben – nicht verdammen
Das heisst aber auch, dass wir mit Niederlagen umgehen lernen müssen. Der positive Umgang mit Risiko. Das ist eine Gratwanderung, das ist mir bewusst – aber wäre es nicht sinnvoller, wenn wir auch mit Scheitern und mit Fehlern positiver umgehen würden. Bei einer Niederlage wird knallhart abgerechnet: Dafür müssen wir vorbereitet sein – selbstkritisch, aber nicht selbst vernichtend. Kritisch aber nicht vernichtend. Fehlertoleranz ist ein MUSS für Innovation.

Nach dem Schluss bei Miracle habe ich selbst einige Zeit gebraucht, um wieder Tritt zu fassen. Wenn man derart verbunden ist mit seinem Unternehmen, so schmerzt eine solche Niederlage natürlich umso mehr. Mir haben zu dieser Zeit wichtige Freunde sehr viel gegeben! Sie haben an mich geglaubt und mich unterstützt. Das sind oft nur Kleinigkeiten, die aber gerade in einer solchen Situation wichtig sind. Und ich habe viel aus der Zeit, und gerade aus der harten Schlusszeit bei Miracle gelernt. Genau diese Situationen und Erfahrungen haben mich viel stärker gemacht.

Gesunder Ehrgeiz fördern
Bei Miracle hatten wir das Ziel weltweit unter die Top 10 der ERP Softwareanbieter zu kommen. Dies hat in den hiesigen Gesprächen immer für Aufsehen gesorgt. Dabei war es gar nicht so vermessen gewesen, wenn man das genau analysiert hätte: Aber schon nur, dass man ein solches Ziel ausspricht hat teilweises Entsetzen ausgelöst.
Ich sage heute meinen Leuten bei GenevaLogic: „Wir wollen Nummer Eins im Bereich Bildung werden“. Die Schweizer Mitarbeiter nehmen dies etwas gelassener zur Kenntnis – so unter dem Motto: na ja tönt gut. Die Mitarbeiter in den USA klatschen in die Hände. Ja für die US Mitarbeiter ist dies, das Ziel schlechthin. Die wollen wirklich um alles in der Welt Nummer Eins werden!

Als Unternehmen muss man der Beste in einem Markt werden. Man muss diesen Ehrgeiz haben, alles und wirklich alles zu tun um dieses Ziel zu erreichen. Die Mentalität „Der/die Beste“ zu sein oder es werden zu wollen, muss gefördert werden. Und zwar von Kind auf. Der Beste macht Fehler und lernt daraus. Seine Fehler werden verziehen und er kann sich weiterentwickeln. Um der oder die Beste zu werden, muss man ganz bewusst Risiken eingehen können, mit dem Bewusstsein, dass jeder bei einer Niederlage, durch die Gesellschaft kritisch beurteilt, jedoch nicht vernichtet werden wird. Das alles wäre ein Grundlage, um Unternehmertum noch viel stärker zu fördern, ja vielleicht sogar aus der Startup Initiative von SF1 noch viel stärker zu profitieren.

Sendung Startup, 7.5.2007 um 22.20 auf SF1