Marketing à la schülerVZ

schülerVZ hat gestern Nacht eine agressive Marketing Aktion durchgeführt: RTL berichtet in den Regional Nachrichten vom Anlass. An über 1000 Schulen wurden insgesamt eine Million Post-It Zettel von schülerVZ aufgeklebt. Dabei sollen die Schüler nun die Zettel verwenden um Wünsche und Anregungen auf die Zettel zu schreiben und sie danach an schülerVZ zurück zu senden.

Ich finde die Aktion eine unglaubliche Marketing Geschichte – sie wird, so denke ich zumindest, viel zu reden geben – mal sehen wie sie sich auf die Nutzerzahlen auswirken wird.

Kyte startet heute offiziell – Deinen eigenen Fernsehkanal schon reserviert?

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Heute ist der offizielle Launch von kyte.tv. Die interaktive, user-generated Fernseh-Plattform öffnet die closed Betaphase und ermöglicht nun allen Teilnehmern aktiv mitzumachen.

Ich bin sehr gespannt, wie der allgemeine Ansturm aussehen wird. Die Fernsehkanäle können ja beliebig angelegt werden. Das Rennen auf die attraktiven Namen ist damit eröffnet. Wer wird beispielsweise Bild.tv oder RTL oder andere bekannte Namen als erste reservieren? Oder auch schon nur die bekannteren Namen werden wahrscheinlich sehr schnell weg sein. Eile ist also angesagt! Ich habe auf alle Fälle meine Sender schon mal reserviert.

Übrigens ganz bekannte Namen werden von kyte direkt gefiltert und können nicht angelegt werden. Trotzdem lohnt es sich wohl auch da schnell zu reagieren.

Kyte öffnet sein Angebot zeitgleich in USA und Europa und hat bereits eine beachtliche Medienpräsenz erzielen können.

Schweizer Community Online

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Nach einer doch recht hektischen Woche komme ich endlich zum Schreiben: youme.net ist diese Woche online gegangen. Ich habe das ambitionierte Projekt seit einigen Monaten begleitet und bin sehr erfreut, was da in sehr kurzer Zeit geschaffen wurde. Das Team um Marcel Meier hat eine Plattform geschaffen, wo sich verschiedene Communities bilden können und zwar selbst aus den Usern heraus. Zudem sollen professionelle Inhalte und Ideen eingespielt werden. Ein sehr interessantes Konzept. Die Seite ist zugegebener Massen noch etwas holprig (kein Wunder nach so kurzer Entwicklungszeit) und kann sicherlich bezüglich User-Experience noch ausgebaut werden, was sicherlich in den nächsten Wochen geschehen wird.

mob556_1176983018.jpg (Foto kommt von Hochparterre)

Ich bin sehr gespannt auch, wie das Konzept des „Kubus“, das heisst des realen Bezugs zur virtuellen Community funktionieren wird. youme.net hat einen Pavillon entwickelt, der von Ort zu Ort transportiert werden kann. In dem Kubus entwickelt youme.net Inhalte für die Community. Er kann aber sehr gut auch für Events etc. eingesetzt werden. Das heisst die Community hat einen realen Treffpunkt

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird.

Bis die Balken krachen!

Der gewaltige Ansturm von Usern auf die Funktionalitäten von Social Networks löst einen gewaltigen Druck auf die Architektur solcher Plattformen aus. Obwohl solche Plattformen oft aus Prototypen entstanden sind, müssen diese regelmässig komplett überarbeitet werden. Ich habe gerade einen Bericht von David F. Carr gelesen, der die immensen Probleme bei MySpace treffend beschreibt und darstellt, wie die Plattform in den letzten Jahren mehrfach komplett überarbeitet wurde.

So war es durchaus selbstverständlich, dass an manchen Tagen auf MySpace 20% Fehler-Loggings oder manchmal sogar bis zu 40% erzielt wurden. Zum Vergleich: Yahoo oder Salesforce erzielen da Werte von ca. 1%. Auch bei studiVZ oder anderen beliebten Social Networks wurden vielfach Fehler und Performance Probleme registriert. Kein Wunder sind doch oft diese Plattformen in der Garage entstanden ohne grosse konzeptionellen Überlegungen bezüglich Skalierung. Wer hätte beispielsweise vor einem Jahr gedacht, dass bei studiVZ innerhalb von 12 Monaten an die mehrere Dutzend Millionnen Bilder verwaltete werden müssen, oder dass sich täglich mehr als eine Million Benutzer einloggen, sich gegenseitig Nachrichten schreiben oder Pinnwandeinträge machen.

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Da werden plötzlich am lebenden Modell enorme Skalierungs-Reengineering-Projekte notwendig. Und diese sollen gut geplant werden!

Interessant ist im MySpace Bericht auch erwähnt, welche Meilensteine die Plattform durchlaufen hat. So wurde eben auch MySpace nicht wie ein normales Software Projekt systhematisch aufgebaut, sondern entstand aufgrund von bestehenden Kenntnissen von Entwicklern zuerst in Perl und nach negativen Tests in ColdFusion. Jedoch schon nach 500’000 und danach bei 2 Millionen Usern wurden interne Systemgrenzen erreicht. So brauchten beispielsweise Nachrichten die auf einer Webseite bei einem User hinterlassen wurden, bis zu 5 Minuten bis sie auch wirklich erschienen. Um diesen Problemen zu begegnen wurden die Daten auf mehrere Datenbanken verteilt und die Systemarchitektur sprich die Workload der Server enorm distribuiert.

Mit dem Ausbau der Funktionalität stieg gleichtzeitig auch die Komplexität dieser verteilten System enorm. Jim Benedetto (VP of Technology)beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten, die MySpace in dieser Phase hatte. Eines scheint in solchen Phasen sehr verlockend zu sein: Hardware-UpScale. Das heisst Aufrüstung durch mehr Server oder schnellere Server. Dabei muss die Webseite nicht erneuert werden. Oftmals sind aber gerade diese Ausbauschritte enorm teuer. (Hier ein interessanter Bericht zu MySpace Datenbanken-Ausbau vom November 2006)

MySpace machte danach bei der Marke von 9 Millionen Usern einen markanten Wechsel der Entwicklungsstrategie: Von ColdFusion wechselte man auf ASP.NET mit den Programmiersprachen C++ und Java sowie dem .Net Framework von Microsoft. Man schrieb praktisch die ganze Software nochmals neu! Ein enorm mutiger Schritt aus meiner Sicht. Aber er hat sich gelohnt. Aufgrund der Messungen nach der Implementierung, war die Plattform fast doppelt so schnell wie die alte unter ColdFusion entwickelte. Aus meiner Sicht wahrscheinlich ein ganz beachtlicher Performance Gewinn war sicherlich auch der Effekt, dass bestehende Funktionalitäten gut analysiert und sehr effektiv programmiert werden konnten. Damit alleine schätze ich, konnte enorm viel gewonnen werden.

Aber trotz all diesen Schritten hat MySpace mit dem Wachstum auf über 27 Millionen Accounts weitere Grenzen gesprengt. Grenzen, die bis heute nur Microsoft bei ihrem SQL Server gekannt hatten. So crashte die Seite weil MySpace die Zahl der simultanen Zugänge zum SQL Server überschritt. Etwas was vorher noch niemals vorgekommen war.

Zusammenfassend kann man sagen:

1. Ein Social Network schon mal ausfallen kann. Die User sind nachsichtig und loyal. Sehr wichtig ist jedoch die Performance der Plattform. Friendster hat bewiesen, dass der Benutzer sehr wohl bei einer entsprechenden Alternative plötzlich reagieren und umsteigen kann.

2. Bei einem stark frequentierten Netzwerk entstehen enorme Lasten und einen gewaltigen Datenstrom, der verwaltet und bewerkstelligt werden muss. Die Skalierbarkeit ist dementsprechend wichtig.

3. Ein komplettes Redesign oder Reengineering sollte man bei entsprechenden Meilensteinen unbedingt ins Auge fassen und wahrscheinlich eher früher als später machen – dies spart Kosten und sichert längerfristig einen effizienteren Betrieb.

Der gesamte Bericht „Inside MySpace“ findet man hier.

Start-up von STARTUP

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Ich hatte Anfang April das Vergnügen an dem Startup Event des Schweizer Fernsehens teilnehmen zu können. Dazu habe ich extra meine Ferien mit meiner Familie unterbrochen (was mir eine Schelte meiner Kinder eingetragen hat) und bin sehr gespannt im Hürlimann Areal in Zürich eingetroffen. Würde sich die Zeitinvestition lohnen (dies fragt man sich ja immer bei solchen Anlässen)? Heute war’s für mich aber doppelt so spannend, da ich zudem eine 6stündige Reise (Hin- und Rückfahrt ins Wallis) auf mich genommen habe.

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Und – es hat sich gelohnt. In den letzten Jahren habe ich ja schon an etlichen solchen Anlässen teilgenommen – diesmal aber war die Qualität bei der Variation der präsentierenden Firmen doch sehr beachtlich. Von Internet bis High-Tech von purerem Start-up bis hin zu einem bereits existierenden Businessmodell mit Gewinn waren alle Arten von Firmen vertreten.

Aus den über 900 Bewerbungen hat die Jury wirklich eine gute Auswahl präsentieren lassen und hat damit einen wichtigen Grundstein zum Erfolg dieser Sendung bzw. des Anlasses gelegt. Ich bin überzeugt, dass nicht nur wegen dem Fernsehen, viele der präsentierenden Unternehmen finanziert werden. Ich auf alle Fälle werde sicherlich 2 Projekte konkret weiterverfolgen. Das Echo meiner Kollegen sowie anderer Privat-Investoren hat die gesamthaft tolle Stimmung bestätigt.

Und dies ist wichtig – denn nicht zuletzt sorgt eine gute Stimmung auch zu positiven Beurteilungen von Unternehmen. Was nicht heissen soll, dass dadurch konkrete kritische Überprüfungen wegfallen – aber es wird doch leichter als bei einer schlechten Stimmung.

Das ganze Team um die Startup Sendung hat einen ganz tollen Job gemacht! Gratuliere!

 

Nun beginnt die Serie nächsten Montag, 16.4.2007 nach 10vor10 (ca. 22.20)! Ich bin doppelt gespannt, da ich ja auch mehr oder weniger aktiv mitgemacht habe 😉 – so soll einen Beitrg von mir bereits in 10vor10 erscheinen. Drehorte waren hier bei GenevaLogic, im Hürlimann Areal und in Berlin bei studiVZ… – na ja mal sehen!

 

Übrigen hat SF sehr innovativ auch einen eigenen kyte Kanal aufgeschaltet: Frontseite auf kyte clicken!

kyte – einfach grandios!

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Ich gebs zu, als mir vor gut einem Jahr Daniel Graf seine Idee vom „decentral.tv“ vorstellte, hatte ich so meine Zweifel. Aus decentral.tv ist kyte entstanden und Daniel Graf hat es geschafft aus einer bestehenden Idee eine neue (aus meiner Sicht) noch viel stärkere Idee zu entwickeln – TV für jedermann/frau! Wer aus einer ersten Idee seine Vision und Strategie laufend an neue Gegebenheiten und Möglichkeiten anpasst: Das sind in meinen Augen die wirklichen Unternehmer – und Daniel Graf ist so einer.

Was ist kyte? Kurz gesagt – TV out of the box. Mit kyte kann jeder seinen eigenen TV Sender eröffnen und in seinen Webseiten auf MySpace oder Blogs integrieren. Fernseh-shows können sowohl mit Bildern, Videos, Slides oder mit dem Handy produziert werden. Zudem bietet der Mobile Client die Möglichkeit gleich Online mit den Zuschauern zu chatten.

Kyte ist im Moment noch Closed-Beta, wird aber schon bald offiziell gelauncht. Ich habe seit Jahren kein so innovatives und virales Modell gesehen. Ich bin sehr überzeugt, dass kyte schon bald sehr gross sein wird. Das Team dahinter und das breit abgestützte Aktionariat sind einfach toll.

Ich freue mich, dass ich kyte hier in Europa unterstützen kann, damit schon bald alle auf ihren Webseiten statt one-time Videos kyte Fernseher installieren.

 

Achtung: Wer noch vor dem offiziellen Launch gerne vorab registrieren möchte, kaufe bitte das nächste Facts – dort gibt es exklusiv 100 Zugangs-Codes zur Closed-Beta!