Märkte erkämpfen

Bin wieder in China – genau gesagt in Beijing. GenevaLogic ist nun schon seit einem Jahr präsent hier in China. Das gestrige Gespräch hat mir wieder eindrücklich gezeigt, wie abentuerlich teilweise der Markt hier funktioniert. Ich bin aber vor allem auch tief beeindruckt, was die Jungs hier bereits geleistet und erreicht haben. Und es hat mir auch wieder gezeigt, was für ein grosses Abentuer es ist, einen gänzlich neuen Markt anzugehen. Solche Abenteuer ziehen mich einfach an. Sind Unternehmer vielleicht auch Abenteurer? Hoffentlich aber keine Romantiker! Denn hier geht’s um’s Geschäft! Und wie! Morgen mehr!

(Surf)Segelfreunde aufgepasst

Achtung es gibt ein neus Social Network! In Deutschland hat pünktlich zur Boot 2007 das neue Social Network für Segelfreunde gestartet: allsailor.de allsailors.de. Dort können sich alle Segler dieser Welt verbünden und vernetzen.

Laut dem Artikel im EconomistWhen the hype dies down“ sind über 400 Social Networks zur Zeit am Start die Gunst neuer User zu finden. Viele davon auch in Europa. Alle versuchen sie ein openBC oder ein studiVZ-Erfolg oder sogar ein nächstes Bebo oder MySpace zu werden. So sind zur Zeit auch ca. 200 YouTube Clones und ca. 300 „Social Bookmarking“ Seiten online.

Von verschiedenen Seiten höre ich Investoren, die fast blind in alle sogenannten Web 2.0 Unternehmen investieren wollen. Viele Jungunternehmer sehen in den Erfolgen ($$$) von YoutTube, studiVZ, Xing etc. den Silber($)streifen am Horizont und starten Mütter-, Väter-, Segler-, Jogger-, Sportler-, Künstler-, und-weiss-nicht-was-Social Networks. Achtung: Eine Social Community aufzubauen erfordert aber sehr viel mehr als nur etwas tolles GUI und eine Plattform mit einem Dot.Com Namen. Ich bin zudem überzeugt, dass nur ganz neue und weitergehende Konzepte langfristig eine Chance auf dem Markt haben werden.

Unternehmenswerte – Harte Arbeit

Ich habe hier in meinem Blog ja schon oft über Unternehmenswerte geschrieben. Generell liegt mir die Corporate Culture und damit auch Corporate Values enorm am Herzen. Ich bin fest überzeugt, dass Unternehmenswerte viel wichtiger sind als die bestmögliche Organisationsstruktur zu haben. Unternehmenswerte definieren ganz einfach wie ich mich als Mitarbeiter in einem Team bewege, benehme, arbeite, kommuniziere und was mir wichtig ist bei meiner Tätigkeit.

In Zusammenhang mit der Definition von Unternehmenswerten ist das dann aber so eine Sache. Ich habe gerade wieder festgestellt, dass auch bei einem jungen Unternehmen, das sich festlegen auf 3 bis 5 Hauptwerte, enorm schwierig sein kann. Aufgeschreckt (und aber auch bestätigt) hat mich ein Artikel von Ligalux vom Dezember, dass 64 Prozent der deutschen Arbeitnehmer die Werte ihres Unternehmens nicht kennen. Auch interessant an der Untersuchung finde ich, dass aber 74% der Befragten, in deren Unternehmen Unternehmenswerte  existieren, diese für sehr wertvoll halten.

Im Buch „Winning“ schreibt Jack Welsh ja auch darüber, wie Werte ausgestaltet werden sollten.  Einfach nur Werte zu definieren, ist das eine, das andere ist sie aber ganz konkret ins Unternehmen zu bringen. Das heisst ganz detailliert mit Leben zu füllen.

Excellence – We have a “can do” attitude and aspire to achieve excellence in everything we do

heisst es beispielsweise bei GenevaLogic. Nun was heisst dies für den Supporter, die Marketing Frau etc. Das füllen dieser Phrase mit echten Beispielen aus den verschiedenen Bereichen ergibt danach den einen Teil der Werte. Der andere Teil liefert das Management. Das Vorbild! Damit werden die Werte vorgelebt. So wie das Management mit den Unternehmenswerten umgeht, so werden auch später die MitarbeiterInnen damit umgehen. Wenn also ein Wert „Termintreue“ heisst aber jede Sitzung des Managements verschoben oder zu spät stattfindet, dann werden es die MitarbieterInnen mit den Terminen auch nicht mehr so genau nehmen.

DLD und Geschäftsmodelle

Ich konnte leider dieses Jahr nicht am DLD Anlass teilnehmen. Ich bin eigentlich nicht ein Fan solcher Anlässe, da doch oft nicht viel Konkretes dabei ist. Anstelle meiner Teilnahme habe ich selber einen Vortrag über WEB 2.0 im Rotary Club Langenthal gehalten (ich ziehe also meine lokale Präsenz der globalen vor 😉 und habe einmal mehr lernen müssen, wie wenig allgemein über den nächsten Internet Hype bekannt ist. Ist dies das Abbild unserer Gesellschaft? Trennt sich eine grosse Kluft zwischen denen, die das neue Internet Angebot gierig aufsaugen und den anderen die sich daraus komplett verabschieden?

Auf alle Fälle habe ich den DLD (Digital, Live, Design) Anlass aus der Ferne verfolgt. Einen interessanten Artikel und eine Art Zusammenfassung habe ich bei „Media + Marketing“ entdeckt. Es scheint beim DLD stark auch über Geschäftsmodelle diskutiert wurde. Eine DLD Studie (was immer das auch war) hat dabei aus 228 Befragungen ergeben, dass die Mehrheit an das Geschäftsmodell „Werbung“ glaubt, gefolgt von „transaktionsbasierter Abrechnung“.

Nun gut – wie wäre es wenn man Abo und Werbung zusammen schalten würde? Ich bin überzeugt, dass sich immer wie mehr Hybrid Modelle ergeben werden. Wir diskutieren gerade auch bei studiVZ mehrere solcher Varianten. Mal sehen was dabei rauskommt.

Mir gefällt in dem Artikel auf alle Fälle folgendes Zitat aus dem Artikel:

Als wichtigste geschäftliche Erfolgsfaktoren werden in der Studie Kreativität und gut ausgebildete Mitarbeiter genannt – deutlich vor Technologie und Distribution. Kapital spiele keine Hauptrolle, darin waren sich die Referenten der Konferenz, einig. Es gehe vielmehr um Mut, seine Ideen zu verwirklichen.

Ist mir aus dem Herzen gesprochen!

Achtung Neider – Der Erfolg von studiVZ ist harte Arbeit

In der Presse (Focus und Spiegel-Online) und der Blogszene kursieren bereits die wildesten Gerüchte über den Preis von studiVZ. Auch über die Gründe für den Verkauf wird gerätselt und diskutiert. Ich habe in den letzten Wochen viel Zeit hier in Berlin verbracht und kann in jedem Fall bestätigen, dass, die Aussensicht der Dinge nicht immer das Innere richtig wiedergibt.

studiVZ ist ein grossartige Erfolgsgeschichte – Punkt. Das Gründerteam hat in harter Arbeit und mit viel Energie unglaubliches geleistet – davor ziehe ich meinen Hut. Gerade in der hektischen Zeit Ende November und im Dezember ist das ganze Team eng zusammengerückt und hat in kürzester Zeit hohe Ziele erreicht (Datenschutz, Kommunikation, Interne Organisation und Prozesse). Ungeachtet der grossen Anti-Euphorie einiger Blogger und der technischen Probleme, hat die Community zu studiVZ gehalten – ja sogar eine grossartige Solidarität gezeigt.

Dass bei einem derartigen fulminanten Wachstum auch Fehler gemacht werden ist ganz logisch. Und jeder der nun vor Neid irgend welche Haare in der Suppe sucht, hat nicht begriffen um was es eigentlich geht und verpasst dadurch seine eigenen Chancen. Nicht die technisch beste Lösung, nicht die beste Marketingidee und nicht die erfahrensten Führungsleute sind Garanten für einen solchen Erfolg, sondern die richtige Mischung aus allem – und die wichtigste Zugabe: Passion und Freude! Genau diese Passion, dieses Feuer für den eigenen Erfolg, alles zu unternehmen, was möglich ist – genau dies habe ich hier erfahren.

Deshalb: studiVZ ist ein gutes Beispiel für andere – für diejenigen, die Chancen packen wollen und sie nicht an sich vorbei ziehen lassen.

studiVZ geht an den Holtzbrinck Verlag

Ich hatte leider in den letzten Wochen nicht sehr viel Möglichkeit mein Blog weiter zu pflegen. Ich entschuldige mich hiermit bei allen Interessierten.

Nun also der Paukenschlag zum Beginn des neuen Jahres: Der Holtzbrinck Verlag kauft studiVZ. Mit mehr als 1,2 Mio. Nutzern ist studiVZ eines der grössten Social Network für Studenten in Europa und im deutschsprachigen Raum klar der Marktführer.

Ich freue mich sehr, dass dieser Deal gelungen ist, da Holtzbrinck bereits als Kapitalgeber im letzten Sommer eingestiegen ist und die internen Sturkturen und Möglichkeiten sehr gut kennt.

Mehr Informationen im studiVZ Blog.