Jeder Vierte Europäer vertraut auf Blog’s

Wie eine Studie von Ipsos und der PR Agentur Hotwire ergab, vertrauen heute bereits mehr als 25% bei Kaufentscheidungen europaweit auf Empfehlungen in Blogs.

Quote aus Ipsos: „30 Prozent der deutschen Internetnutzer gaben an, bereits ein Produkt nicht gekauft oder eine Dienstleistung nicht in Anspruch genommen zu haben, nachdem sie im Internet negative Kommentare oder Kritiken privater Nutzer gelesen hatten. Im europäischen Durchschnitt umfasst diese Gruppe sogar 34 Prozent. Der Einfluss nutzergenerierter Inhalte ist aber nicht nur negativ. So gaben 56 Prozent der deutschen Teilnehmer (52 Prozent in Europa) an, dass sie ein Produkt oder eine Dienstleistung eher kaufen würden, wenn sie positive private Kommentare im Netz lesen würden.“

Zudem wurde die Bekanntheit von Web 2.0 Portalen in Deutschland in einer Studie von Torsten Schwarz (Marketingexperte Absolit GmbH) bei über 2’000 Marketing Fachleuten ermittelt. Rangliste:
Platz 1:  Wikipedia 96,5 %

Platz 2: YouTube 87,7%

Platz 3: OpenBC 81,1 %

Platz 14: LinkedIn 27,6%

Platz 15: studiVZ 23,3%

Ich denke, dass mittlerweile wahrscheinlich die Bekanntheit von studiVZ zugenommen hat…

Verblüffend ist die starke Abnahme der Bekanntheit von der Spitze zu Platz 15!

Ist sicherlich interessant diese Studie in einem Jahr zu betrachten.

Der richtige Wert für ein Social Network

Der Börsengang von openBC/Xing hat gezeigt, dass der Kapitalmarkt in Europa die Social-Networks-Web2.0-Internet-Unternehmen nicht berauschend einschätzt – zumindest vorläufig. Bin ich deswegen entäuscht: Ja und Nein.
Nun ich habe versuche hier einige Gedanken darüber zu ordnen, ihr könnt mir dabei helfen zu definieren, was den Wert eines Social Networks den eigentlich ausmacht.

1. Die Anzahl Mitglieder

Ist aus meiner Sicht ein wichtiger Faktor, da er aussagt, wie verbreitet oder dominant ein Social Network in einem Markt ist. Also wenn beispielsweise Xing in Deutschland über 1 Mio. Nutzer hat, dann ist das schon relevant (weltweit über 1,5 Mio).

2. Geschäftsmodell

Wichtige Unterscheidung: Abo-Modell vs. Werbemodell (oder ähnliches)

Ein Abo-Modell wie bei Xing ist sehr berechenbar. Wachstum neue User und Premium-Prozent-Rate-Veränderung und schon hat man ein gutes Feeling wie sich die Plattform entwickelt.

Schon schwieriger wird es mit einem Werbemodell: Anzahl User gut, aber wie viele Page Impression, wie viele „Unique Logins“ pro Tag und pro Woche und so weiter. Dies alles bestimmt den Werbepreis, der schlussendlich auf den Tisch kommt. Und hier kommt die Krux: Es gibt in Europa zumindest im deutschsprachigen Raum kaum ein Beispiel für die Werbebranche. Die Werbeagenturen und die Vermarkter der Seiten kennen bisher nur die „normalen“ Internetportale – jedoch noch kaum wirklich intensiv genutzte Communities. Ich schaue deshalb gespannt auf die ersten Werbeschaltungen bei studiVZ. Dies wäre ein gutes Beispiel für die zukünftige Werbenutzung von Communities, da die Seite enorm stark gewachsen ist und sehr intensiv genutzt wird. Ich bin überzeugt, dass es schon bald spezielle „Werbeformate“ für Communities von den Werbevermarktern geben wird.
4. Wachstumschance – Expansionspotential

Hier kommt nun die „Blue Sky“ Fantasie ins Spiel. Wie gelingt es, aufzuzeigen, wie das Portal oder das Social Network weiter wachsen will und kann. Und zwar im Heimmarkt sowie auch International in neuen Märkten. Dies ist nicht einfach zu kommunizieren. Und es ist auch nicht einfach umzusetzen. Viele Social Networks haben sich bisher stark auf die Heimmärkte oder naheliegende Märkte konzentriert und beginnen erst jetzt richtig zu expandieren. LinkedIn ab nächstem Frühjahr in Deutschland mit deutscher Version, MySpace eventuell schon früher, studiVZ unter anderem in Frankreich, Italien und Polen. Aber Achtung: Internationales Wachstum ist nicht einfach und jeder lokale Markt muss wieder speziell angegangen werden. Deshalb: Ein starkes Heimmarkt-Netzwerk heisst noch lange kein Erfolg in einem anderen Land.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass ein pro User-Preis viel zu kurz gegriffen ist, genauso, wie wohl auch ein Web2.0-Fantasiepreis falsch wäre. Wie immer liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen.

Wird „Mr. Market“ seine Wissen über Social Networks ausbauen: Sicher. Je mehr Unternehmen transparent werden und vergleiche möglich sind, sowie auch positive Unternehmensergebnisse (sprich Track Record) vorhanden sind, umso mehr wird das Vertrauen in Unternehmen wie Xing wachsen. Und dann sind auch andere Bewertungen möglich. Ich bleibe zuversichtlich!