Qualitativer Inhalt vs. Benutzer Inhalt

Ich habe in den letzten Wochen verschiedene Unternehmen und Konzepte angeschaut, die sich primär mit hoch qualitativem Inhalt von anderen Anbietern unterscheiden wollen. Die meisten kennen heute Seiten wie Qype, die primär davon ausgehen, dass der Nutzer Restaurants, Bars aber auch Anbieter von Leistungen bewertet und beschreibt.

Nun gibt es aber auch eine Gegenbewegung, die versucht, qualitativ hochstehenden Grundcontent zu mischen mit Kommentaren, Ergänzungen und Bewertungen von Nutzern. Im speziellen habe ich in den letzten Wochen Yabadu und smagoo angeschaut. Es sind beides sehr interessante Konzepte: Yabadu bietet verschiedene Informationen und Dienste rund um das Reisen und Wandern an. Es werden qualitative sehr gut aufbereitete Reiseinformationen zum download bereitgestellt. Der Benutzer hat zudem die Möglichkeit die Reisen zu ergänzen und zu bewerten. Generiert werden die Reisedaten durch Autoren, die wiederum profitieren von den Downloads und damit entsprechend motiviert sind gut Berichte zu schreiben. Dies garantiert den Benutzern, dass die Angaben jeweils aktuell und wirklich gut zu gebrauchen sind, was sonst ja manchmal bei User-generated Content nicht immer der Fall ist.

smagoo hat heute noch ein eigenes Team an Mitarbeiter, die die Anbieter ins beste Licht rücken. Zum Service von smagoo gehört beispielsweise das Aufbereiten von tollen Fotos wie auch entsprechenden Berichten und Texten. So wird versucht, den Anbietern ein volles Serviceprogramm anzubieten und auf der anderen Seite ein tolles Verzeichnis zur Suche nach Restaurants und anderen Diensten darstellen zu können.

Einmal mehr stellt sich die Frage, welche Treiber eingesetzt werden können, damit die Akquisitionskosten auf der Inhalteseite nicht zu hoch werden und damit rasch skaliert werden kann. Es zeigt sich bei solchen Diensten immer wieder, dass Nutzer oft nur einmal eine Chance geben, in einem Verzeichnis zu suchen. Ist es nicht komplett verliert es sofort an Bedeutung und wird nicht mehr gebraucht. Das Ziel muss also für diese Dienste sein, so rasch als möglich ein möglichst komplettes Verzeichnis von Reisen, Wanderungen oder Restaurants in einem gewissen Gebiet (geografisch) zu erreichen. Gleichzeitig aber auch eine Community aufzubauen, die aktiv die Verzeichnisse benutzt und aber auch motiviert ist Feedback zu geben und zu bewerten. Das heisst auf zwei Seiten Viralität und möglichst geringe Akquisitionskosten zu haben: Anbieter und Benutzer!

Auf alle Fälle ist meine persönliche Erkenntnis, dass hoch qualitativer Inhalt durchaus eine Chance hat.

6 Gedanken zu „Qualitativer Inhalt vs. Benutzer Inhalt

  1. ola, finde ich eine spannende thematik, wir planen ein fitness-branchenverzeichnis mit community funktionen in der schweiz. fitnesscenter und deren aerobickurse sollten aufgelistet werden mit zahlreichen suchfunktionen und bewertungsfunktionen… im best case könnte der user auch gleich seine trainingsresultate vom fitnesscenter in seinem account begutachten…

  2. ola zurück, finde ich ein interessante idee. Vor allem die Trainingsresultate könnten spannend sein. Gibt es nicht auch schon so virtuelle Trainer, die Anleitungen machen und so…
    Auf alle Fälle finde ich das Thema auch spannend. Je mehr Trash-Content produziert wird umso mehr wird die Qualität wieder an Gewicht bekommen. Die Frage welchen Mix kann man machen und wie ist es finanzierbar.

  3. Schön, dass auch im Web 2.0 jetzt die Rückbesinnung kommt: Das war doch immer das schöne an Amazon, dass sich ein Minimum an Content aus Profihand mit den Rezensionen der User mischt. Und damit glücklicherweise die Schwelle etwas anhebt, ab der von Usern Content generiert wird…

  4. @Arne: Sehr interessante Sicht! Die Frage wäre ja auch, ob vorgegebener hochqualitativer Content nicht auch eine Community anleiten könnte eben solchen auch beizusteuern??!!
    Wäre doch hochinteressant zu sehen, wenn sich so ein „Mediensoziologischer“ Trend nachweisen lassen könnte! Sollte man glatt ein Projekt draus machen!! Wer fängt an?

  5. @Peter: Ich bezweifle, dass man jede beliebige Community zu mehr anleiten kann als sie kann. Aber ich glaube, dass man durch die Vorgabe von exklusiven Content Nischen besetzen kann, in denen die sich bildenden Communities dann eben auch einen höheren Anspruch haben. — Aber du bist ja der Experte für Didaktik und wirst wissen, wieweit man mit ihr kommt…

    Das Stück Mediensoziologie lebt ja bereits:
    http://www.readers-edition.de/ — Das Ziel: die eigenen Artikle oft gut geratet zu bekommen um in die Liste der «besten Autoren» zu kommen.

    Das Gegenstück dazu müsste eigentlich jede Community können: unterdurchschnittlichen Content abwählen in die Unsichtbarkeit.

  6. Nachtrag nach langer Zeit: Da hat mal jemand den Dreh gefunden, qualitativen Content vorzugeben. Dem Wisdom of Crowds läuft hier der Wisdom of Guru voraus.

    Allemal einen Blick wert, was Icahn, Buffet, Soros mit Ihrem Geld so machen. Und, Menschen die diese Aktie gekauft haben, haben auch folgende Aktie gekauft…

    http://www.stockpickr.com

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