Beitrag von Bruno Bucher zu STARTUP vom Schweizer Fernsehen

Ich muss hier einen Beitrag von Bruno Bucher aufführen, da nicht alle ja den Zugang zum openBC Forum für das Schweizer Fernsehen Format „STARTUP“ haben.

Bruno Bucher schrieb dort folgendes:

Es möge mir nicht als Schmeichelei ausgelegt werden, wenn ich SF und die MacherInnen hinter Start up lobe – obwohl gegenwärtig eher ein SF-Bashing im Gang ist – und die Initiative als echte mediale Innovation bezeichne. Ich meine es aufrichtig.

Wie immer auch das Format Start up herauskommen, wie wenig es die Massen anzusprechen vermögen wird und wie tief der Unterhaltungswert auch ausfallen mag, so hoch ist das Aufklärungs-Potential dieses Vorhabens einzuschätzen.
Ehre ist in unserm Land schon lange mit dem Gründen eines Unternehmens nicht mehr zu holen. Im Flop-Fall erntet man Hohn, im Erfolgsfall Missgunst und im häufigsten Fall, dem durchschnittlichen Fall, Missachtung. Von daher ist es wirklich löblich, Menschen im Schweizer Farbfernsehen zu zeigen, die Hoffung haben, ein echt gerüttelt Mass an unbezahlter Arbeit auf sich zu nehmen bereit sind und eine dicke Haut mitbringen, um im sehr kalten Wasser etwas länger überleben zu können, mit der Zuversicht des Optimisten, das rettende Ufer erreichen zu können.

Peter Bichsel schrieb zwar einmal, es seien die Optimisten, die diese Welt soweit gebracht hätten, was in seinem Sinne nicht weit ist. Aber unter den Pessimisten gibt es nicht wenige, die als Unternehmer Erfolg hatten. Ich habe gelernt, dass man auch als Pessimist Unternehmer sein kann. Ein Pessimist sieht hundert Gründe, warum seine Ideen und das darauf bauende Jungunternehmen scheitern könnten. Er ist gewappnet und trifft Massnahmen. Der Optimist sieht in seinem Eifer darüber hinweg und scheitert an den unzähligen Stöcken, die ihm unerwarteter Weise ins Rad geraten. Leider ist der Pessimist weniger unterhaltsam.

In diesem Sinne bin ich sicher, dass Ihr neues Format Start up kein Quotenrenner wird, aber er wird alle jene ermuntern, die sich heute mit ihrer prekären Arbeitssituation herumschlagen müssen. Es wird sie ermuntern darüber nachzudenken, wie sie ihre Spezialitäten besser „verkaufen“ und wertvoller machen können. Es wird das Bewusstsein wachsen, dass man sich und seine eigene Arbeitskraft neu beurteilen muss und sie in einen neuen Rahmen stellen kann, wenn man sie als Unternehmen sieht, dem ein Marketingkonzept und ein Businessplan zu Grunde liegen.

Ich wünsche euch Fernsehmacher, dass ihr nicht krampfhaft die spektakuläre und die Welt verändernde Produktidee sucht und auf Magnetbänder bannen wollt, sondern all jenen eine Chance gebt, die eingesehen haben, dass sich die Arbeitswelt in einem dramatischen Wandel befindet, die darauf hinausläuft, dass viele von uns wieder eine Art Wanderarbeiter werden müssen. Die Grenzen zu Europa sind dazu bereits geöffnet. SF kann mit Start up helfen diese Zusammenhänge bewusst zu machen, sie beleuchten und zum Handeln motivieren.
Ich finde dieses Votum so gut und so treffend, dass ich es hier infach nochmals aufführen wollte. Übrigens wer in der Gruppe von SF STARTUP noch nicht angemeldet ist – nichts wie hin!

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