Siebenstellig: Internet-Startup Hitflip bekommt Kapital

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Pressemitteilung von Hitflip:

Die Medientauschbörse realisiert Finanzierungsrunde mit prominenten Investoren

Köln, 31.08.2006 – Die Hitflip Media Trading GmbH, Betreiber der Internet-Tauschplattform für Medienprodukte www.hitflip.de, gewinnt namhafte Investoren. Mit der siebenstelligen Summe will das heiß gehandelte Startup vielfältige Web 2.0-Elemente in ihr Angebot einbauen, das Marketing in Deutschland intensivieren und mit Österreich sowie Großbritannien die ersten internationalen Märkte erobern. Die im Sommer 2005 gestartete Internetbörse bringt Anbieter mit Interessenten für Medien wie DVDs, Musik-CDs, Bücher oder Computerspiele zusammen und ermöglicht gegen Zahlung von 99 Cent einen sicheren und legalen Tausch. Aktuell stehen mehr als 100.000 Angebote zur Verfügung, die Hitflip-Community wächst monatlich um rund 30%.

Ende Medienmitteilung

Ich freue mich, dass ich da mit dabei bin. Ich bin, wie man aus meinen früheren Blogbeiträgen ja unschwer erkennen konnte, ein grosser Fan von Hitflip. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Ich könnte mir auch längerfristig vorstellen, dass solche Technologien auch in der Bildung eingesetzt werden könnte. Zum Beispiel zum Austausch von Bildungsmedien in Schulen oder in Schulbezirken oder sogar in weiteren Kreisen. Wir werden dies in naher Zukunft mit dem Management von Hitflip besprechen. Auf alle Fälle freue ich mich, Hitflip aktiv im weiteren Ausbau begleiten zu können.

GenevaLogic on the move

Letzten Freitag war es nun soweit: Die ganze Firma GenevaLogic ist umgezogen. Ungefähr 25 Arbeitsplätze und die ganze Infrastruktur wurden in nur zwei Tagen von Madiswil nach Langenthal an den neuen Sandort gezügelt und alles neu installiert. Eine Monsterleistung zu der alle beigetragen haben.

Die neuen Büros sind nun viel geräumiger und bieten viel mehr Ausbaumöglichkeiten. Zudem haben wir über den Dächern von Langenthal eine tolle Aussicht und eine Dachterasse vom feinsten. Hier einige Impressionen von unserem Hoffotograf Daniel Lanz:

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ICT Förderung, E-Government und Bildung

Ich weiss gar nicht so recht wo anfangen. Der Bericht von Beat Kappeler in der „NZZ am Sonntag“ (Online nicht verfügbar) hat mich wirklich geärgert. Ich schätze die liberale Haltung von Herr Kappeler sehr und seine Kolumnen sind oftmals sehr gut. Aber dieses Mal hat er tüchtig daneben gegriffen. Scheinbar ist im nicht bewusst, oder bekannt, welchen Stellenwert die ICT einnimmt und wie sie sich laufend verändert. Für die, die den Bericht nicht gelesen haben, hier einige Aussagen:

„Während angelsächsische Jungmänner Internetfirmen wie Google, Ebay, Skype oder MySpace aus dem Nichts erschaffen, will die Schweizer CVP dem Staat die Rolle des Schrittmachers erteilen, um die Chance Wissensgesellschaft zu packen.“

Und zu der Forderung der CVP die Schweiz soll der Topstandort für Informations- und Kommunikationstechnologien in Europa werden: „Einerseits bedeutet dies gar nichts, weil die Spitze des Fortschritts bereits in den Vereinigten Staaten liegt, nicht in Europa, und anderseits streben ETH-Forscher und Praktiker in den Firmen heute auch anderes an, etwa die Spitze der Nanotechnik.“ „… in der Mechanik und Automatik ist die Schweizer Wirtschaft Weltspitze…“

Zu der Forderung des Papiers der CVP nach „jedem Schüler ein PC“: „… Die Fähigkeiten dazu erwirbt der Schüler mit Lesen, Schreiben, Rechnen und mit perfekten Englishkentnissen, nicht mit gratis hingestellten Gerätchen. „Back to the basics“ muss die Devise in der Schule sein. Und ob die Schweiz im Jahre 2015 eine grosse Biotechnik-Macht sein wird oder ein Zentrum für Nanotechnik oder aber der Informatik – dies entscheiden die gut ausgebildeten Schüler sowie gute Standorte.“

Erstens, Herr Kappeler, Skype ist eine echte Europäische Erfindung – keine angelsächsische.

Zweitens, hat meine Tochter (4. Schuljahr) nach wie vor keinen PC im Unterricht. Das einzige „Gerätchen“ ist ein uralter PC, der kaum mehr läuft – ihn gebrauchen würde wohl niemand mehr wollen – es ist ein alter Pentium II noch aus dem letzten Jahrhundert.

Drittens, warum wohl sind die Rahmenbedingungen für viele Start-up’s im Bereich Informationstechnologien in den USA derart gut? Im Bereich Technologieeinsatz in der Schule ist die USA Europa und insbesondere der Schweiz um Meilen (Jahre) voraus. Einfach mal eine Zahl: Auf einen PC in der durchschnittlichen US Schule kommen gerade mal 3,5 Schüler, in einigen Staaten sogar unter 2 Schüler! Und in der Schweiz? 11 bis 15 Schüler! Aber für sie ist ja wichtig, dass sie Lesen und Schreiben lernen – gerade so wie vor 100 Jahren: „Back to the Basics“ – was würden da wohl die Forscher bei der Gentechnologie sagen oder in neuen Forschungsprogrammen der ETH für die Nanotechnologie, wo der Einsatz von PC und der trainierte Umgang mit entsprechenden Softwareentwicklungenfür Forschungsprojekte und Resultate entscheidend sind?

Verstehen Sie mich richtig: Die Diskussion und Sensibilisierung welche Bedeutung der Einsatz von Technologie in der Bildung hat, widerspiegelt sich genau in solchen Äusserungen. iPod und Podcasting erlauben es dem US Schüler, die Lektion vom Lehrer nochmals nachzuverfolgen, PC und kollaborative Webdienste ermöglichen es dem Schüler auch nach dem Unterricht mit der Lehrerin Fragen austauschen zu können. Eltern können direkt mit Lehrern kommunizieren und sind in das Schulsystem voll eingebunden. Das sind wahre private Initiativen. Ich als Elternteil will in die Bildung meines Kindes involviert sein. Ich will mithelfen können, meine Tochter anregen können, im Sinne der Schule zu lernen und zwar basierend auf neuen und zugänglichen Informationsquellen, beispielsweise das Internet. Dazu braucht es mutige und innovative LehrerInnen, Schulen und die bei uns nun mal notwendige Unterstützung der Politik. Leider haben die Eltern in unserem Schulsystem nur indirekt etwas zu sagen. Gerade deshalb braucht es die Gesellschaft, die erkennt, dass die Wissensgesellschaft beim Kind anfängt. Dort sind Beat Kappelers neuen Nanotech-Forscherinnen, da sind die neuen Generationen von Bio- und Genforschern, da sind die nächsten Skype- oder MySpace-Erfinder – aber nur, wenn sie mit der neuen Materie vertraut gemacht werden und sie von Beginn weg richtig einzusetzen wissen.

Was Beat Kappeler in seinem Bericht nicht erkennt, ist die Tatsache, dass in der Schule die „Single Source of Information“ schon lange weg ist. Die heutigen Schüler spielen virtuell mit Kameraden weltweit im Internet, suchen sich neue Informationen zuhause auf Webseiten von geolino.de oder lernen spielend auf toggolino-clever.de. Aber alles ungeführt und von vielen Lehrern kaum oder gar nicht begleitet. UND nicht alle können leider zuhause surfen. Es entsteht eine Zweiklassengesellschaft, von solchen mit Zugang zu Informationen, sprich Internet, und solchen, die ihn nicht haben.

Ich begrüsse die Thematisierung der Technologie in der Schule durch die CVP. Und zwar nicht nur aus Eigeninteresse heraus (der Schweizermarkt ist weniger als 10% unseres Umsatzes). In der Schweizer Bildungslandschaft, mit ihrem Föderalismus und staatlicher Lenke, hat eben gerade der Staat, und damit die Politik, die Pflicht, den Takt bezüglich des Einsatzes neuer Lehrmedien und Technologien in den Schulen stark vorzugeben. Ich wünschte mir, dass diese Pflicht von allen viel ernster genommen würde.

In der Schule von heute geht es also nicht nur um Lesen und Schreiben lernen. Es geht auch nicht um Gratisgerätchen. Es geht darum, dass die Schulen stärker gezwungen werden, Technologie im Unterricht gezielt und wissend (heisst für mich ausgebildet) einzusetzen. Das Resultat sind Kinder, die lernen, die verfügbaren Technologien zum Lernen richtig einzusetzen, und viel wichtiger noch, die motiviert werden, Neues zu erforschen, beispielsweise im Internet oder in Wikipedia. Und dies vom Kindergarten an.

Heiss: Plazes launches Mobile Plazer!!!

Wie ich soeben von Stefan Kellner von Plazes erfahren habe und als Beta-user schon ein bisschen kennen gelernt habe: Der brandneue Mobile Plazer ist zum Download bereit. Der grosse Launch findet Anfang nächste Woche statt – wer aber mein Blog liesst kann hier schon mal den Mobile Plazer downloaden.

Der Mobile Plazer erlaubt vom Handy aus den Plaze zu erfassen, andere Plazes abzurufen oder auch zusehen wo die Buddies gerade sind. Eine Killeranwendung folgt noch: Die direkte Kontaktaufnahme zum Buddy. Dies soll in den nächsten Wochen fertig entwickelt sein. Also los – Mobile Plazer hier downloaden und loslegen und „Plätzes“ erfassen.

Übrigens unterstützt werden erst die Nokia Handys und ein Samsung. Weitere sollen folgen. OO ist an der Arbeit einen Mobile Plazer für das Windows Mobile zu entwickeln.

Bildung ist der Schlüssel zur Informationsgesellschaft – wie wahr!

„Alle sollen Zugang zum Breitband-Internet erhalten und befähigt werden, es sinnvoll zu nutzen. Bildung ist ein Schlüsselfaktor für einen sinnvollen Umgang mit dem Internet!“ schreibt Dr. Hanna Muralt Müller in ihrem Bericht in der neusten Ausgabe vom Netzguide „E-Government“. Ein sehr guter Artikel der aufzeigt, wie wichtig eigentlich Technologie in der Bildung sein sollte. Aber wie oft hinkt die Realität den Wünschen und Visionen von Politik und Staat weit hinter her.

Laut Muralt misst der Bundesrat in der Strategie für eine Informationsgesellschaft auch der Bildung einen sehr hohen Stellenwert bei. Alle sollen befähigt werden diese Technologien zu nutzen. Die Kompetenzen des Bundes jedoch seien durch das föderalistische Bildungswesen stark beschränkt. Deshalb wohl geniessen E-Health und E-Government viel höhere Priorität. Dort kann der Bund selbst eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Bildung, einmal mehr durch Föderalismus in den Hintergrund gedrängt? Dies wäre fatal, denn der Grundstoff „Brain“ ist einer der wenigen „Bodenschätze“, die die Schweiz besitzt. Wir alle sollten deshalb mehr von der Schule bezüglich Innovation und Veränderung hinsichtlich der Investitionen im Bereich Technologie fordern.

Technologie in der Schule heisst für mich:

  • Tagtäglicher Einsatz von Computer-basiertem Lernen
  • Anpassung des Schulstoffs – Miteinbezug von Internet in den täglichen Schulstoff
  • Fortbildung der LehrerInnen ind er Nutzung neuer Medien und Technologie generell
  • Kommunikation mit Schülern, Lehrern und Eltern mittels neuer Medien – Einsatz von schulübergreifenden Plattformen
  • In Zukunft: testen von neuen Schulmethoden wie 1:1 Computing

Dies sind nur einige der Ziele, die eigentlich in die Strategie jeder Schule, jeder Erziehungsdirektion und jeder Bundesstelle passen sollten. Aber machen wir uns nichts vor – es sind enorme Anstrengungen notwendig:

  • Von der Schule: Die neuen Technologien anzupacken und initiativ und mit viel Mut anzugehen. Projekte zu lancieren und auch neue Wege in der Finanzierung zu beschreiten: Stichwort Sponsoring.
  • Von den LehrerInnen: Vorurteilsfreie Öffnung hinsichtlich des Gebrauchs der neuen Technologien vom Kindergarten bis hin zu Erwachsenenbildung. Mutiges Vorangehen auch bezüglich Kommunikation mit Schülern und Eltern mittels neuen Medien.
  • Von den politischen Behörden: Engagement bei der Unterstützung der Schulen auch wenn es politisch nicht so profilierend wirkt! Auch bei den erforderlichen finanziellen Mitteln müssen neue Wege beschritten werden.
  • Von den Eltern: Unterstützung der Schulen und insbesondere der Lehrer in der Umsetzung der neuen Projekte. Aber auch das konstruktive Fordern von neuen Methoden und neuen Lernformen, sowie den Einsatz neuer Medien und Technologien.

Wir versuchen bei GenevaLogic eine Art Musterschule-Stadt aufzubauen. Mal schauen, was wir da alles erleben werden.

Mehr zu diesem Thema hier – weil Bildung nicht nur für die GenevaLogic wichtig ist, sonder aus meiner Sicht auch der Schlüssel zur Informationsgesellschaft und zu Wohlstand insgesamt!

PS: Vor fast genau 10 Jahren hat Wolfgang Frei im NZZ Format eine Fersehsendung zur Nutzung von Internet in der Schule gemacht und ein Thesenpapier verfasst „Internet in Klassenzimmer“ – 1997 nota bene! Jeder kann selbst mal überprüfen, in wie weit diese Thesen eingetroffen oder erfüllt wurden. Ganz schön interessant! Ganzer Bericht hier.