Mein letzter Tag in Stanford

Nach dem obligaten Jogging in der Frühe mit Sonnenaufgang über der Bay und Palo Alto ging es ein letztes Mal in die Vorlesung  an die Business School.

„Globalization“, „globalization“ und noch einmal „globalization“. Es ist schon interessant wir Global Stanford denkt. Wenn man davon ausgeht wie gross der eigene Markt vor der Haustüre ist, so könnte man meinen die US-Amerikaner seien immer noch nur auf den eigenen Markt ausgerichtet. Dies stimmt aber nach meiner Erfahrung hier aus Stanford beleibe nicht mehr. Man lehrt hier vor allem, wie man neue Märkte angeht und bestehende Modelle an lokale Gegebenheiten adaptiert.

Grundlage für die Globalisierungs- und Lokalisierungsprobleme war ein Fall von Proctor+Gamble: Die Einführung von SK-II, eine Beauty-Linie in den japanischen Markt und danach die weitere Ausdehnung nach Asien und Europa. War sehr spannend da auch der General Manager für internationalen Retail von Proctor+Gamble anwesend war. Obwohl die Markteinführung natürlich wenig mit Software oder Technologie zu tun hatte, konnte man einige gute Anhaltspunkte aufnehmen, die allgemein gültig sind:

Jeder Markt muss individuell analysiert werden – und zwar vom Kunden her. Sein Verhalten, seine Kultur und Umgebung, Werte und Kaufverhalten. Danach Konkurrenzanalyse und Positionierung der Konkurrenzprodukte. Aufgrund dessen kann man danach die Positionierung der eigenen Produkte vornehmen. Ich habe dazu mal ein Marktmodell entwickelt – ich werd das mal einscannen und versuchen hier zu veröffentlichen😉

Gerade ein Start-up im Software Bereich ist oftmals verleitet zu rasch und zu extensiv zu internationalisieren. Es sind ja kaum Kosten für die Lokalisierung und auch kaum Kosten dies Software in den Ländern verfügbar zu machen. Was jedoch immer wieder enorm unterschätzt wird, ist die Tatsache, dass Kaufverhalten und Einsatzgewohnheiten von Technologie in den Ländern sehr unterschiedlich sind. Zudem gilt es trotz der einfachen Verfügbarkeit die einzelnen Märkte genau zu analysieren. Erfolgreich wird man erst, wenn man sich auf einen Markt einstellt und das richtige Angebot auch richtig vermarktet! Da beobachte ich in verschiedenen Unternehmen immer wieder enorme Defizite. Deshalb je nach dem lieber mal einen Markt angehen und Lernen. Zudem ist es gut auch gewisse Markt-Cluster zu bilden: Deutschland, Schweiz und Österreich, Skandinavien oder USA/Canada usw.

Auch mein letzter Tag hier in Stanford war also eigentlich sehr lehrreich. Fazit von 2 Wochen intensivem Kurs hier:

  • habe zwar viel allgemein Bekanntes wieder gelernt – jedoch anders verpackt und neu dargestellt
  • habe gute Fallbeispiele in unserer Studiengruppe diskutieren können und daraus sehr viel auf meine Projekte ableiten können
  • habe viele gute Leute kennen gelernt und damit mein Netzwerk weiter ausgebaut
  • habe viele gute Ideen für GenevaLogic und meine anderen Projekte generieren können

Insgesamt kann ich den Kurs nur wärmstens empfehlen. Jeder der in einer leitenden Position eines wachsenden Unternehmens ist, kann sehr viel vom Inhalt profitieren. Die Dozenten sind insgesamt alle sehr gut. Die Fallbeispiele sind sehr Technologie- und Software-Unternehmen orientiert. Die Teilnehmer sind sehr international (über 80% ausserhalb der USA). Die Infrastruktur, Essen, Unterkünfte und der Campus sind schlicht sensationell. Also für mich waren es gut investierte zwei Wochen Zeit.

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Und was ich auch noch gelernt habe 1: Die Kosmetiklinie von Proctor+Gamble SK-II kostet im Schnitt $100.00 pro Fläschchen und Döschen – und davon gibt es etwa 10 verschiedene. Im Schnitt gibt eine gehobene japanische Frau ca. $ 10’000 pro Jahr für solche SK-II Produkte aus!

Ein Gedanke zu „Mein letzter Tag in Stanford

  1. der letzte tag, schade! war für mich sehr spannend, gedankenanregend und auch unterhaltsam die tage in stanford vom heissen zürich aus mitzuerleben. da kann ich mich nur bei peter sehr herzlich bedanken, dass er uns daran teilhaben liess!
    dr. dorothea werdenberg

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