Globalization

Am Freitag und am Samstag haben wir primär über die Globalisierung oder besser gesagt die Internationalisierung von Unternehmen gesprochen. Als Hauptfall haben wir die Globalisierung von eBay untersucht. Wie hat es eBay geschafft in dieser kurzen Zeit zu einem Global Player zu werden?

Hochinteressant war, dass während der Lektion Kip Knight VP Marketing North Americas von eBay anwesend war. Er war vor 4 Jahren auch für eBay International Marketing verantwortlich. Damit hat der Case natürlich viel mehr Leben und Realität gewonnen. Wir konnten direkt mit ihm verschiedene Problemkreise diskutieren und er hat relativ offen über die verschiedenen Herausforderungen gesprochen. Er hat auch erklärt, wie es dazu kam, dass eBay in Japan eine herbe Niederlage einstecken musste und sich aus dem Markt zurückgezogen hat. (ja man kann das, man kann einfach aus einem Markt austreten und mal abwarten…) Er hat aber auch klar gemacht, dass eBay nicht einfach den japanischen Markt aufgibt, sondern an einer neuen Markteintrittsstrategie arbeitet.

Eine wichtige Lehre ist auch, dass 4 Ex-Stanford Studenten bei eBay angeklopft haben und mit einem Funding von $ 10 Mio. den lateinamerikanischen Markt aufbauen wollten. Sie haben gleichzeitig in mehreren Ländern eBay gelauncht und sind gescheitert! Zu viele Märkte auf einmal haben zu viele Ressourcen aufgefressen!

Wichtig war bei eBay auch, dass die Globalisierung der Firma von Anfang an Strategie war. Dies hatte sicherlich auch mit den Gründern zu tun, der eine ein Franzose und der andere ein Kanadier.

Wichtig2: Zuerst den Heimmarkt, dann die Welt! eBay hat ganz bewusst lokale Sites (Städteseiten) gestartet und hat den ersten Markterfolg im Heimmarkt weiter ausgedehnt.

Wichtig3: Bei einem Markteintritt klare Ziele setzen. eBay wollte nach kurzer Zeit profitabel arbeiten können – ansonsten wartete man lieber noch ab.

Interessant ist auch die Geschichte hinter dem Japan Debakel: Die Projektgruppe bei eBay, die den Markteintritt vorbereitete, arbeitete hart daran und war bereit loszulegen. Eine Woche vor dem Entscheid crashten die Server bei eBay. Was ich nicht wusste, war dass scheinbar der Ausfall so dramatisch war, dass Techniker sogar befürchteten, dass alle Daten verloren seien! Man stelle sich vor, eine Internet Plattfrom mit Auktionen und Mitgliederdaten und plötzlich ist alles weg? Scheinbar haben alle Backup Vorkehrungen unglaublicherweise versagt. Meg Whitman hat deshalb alle externen Projekte sofort gestoppt und allen Fokus nur nocht auf das Aufsetzen eines durchdachten Sicherheitssystem gelegt. Damit gind die Dynamik an der Front verloren und der Markteintritt in Japan wurde um 6 Monate verschoben. So verlor eBay enorm Terrain an Yahoo.

Ich hatte danach noch die Möglichkeit ein kurzes Gespräch mit Kip Knight zu führen. Etwas ins Stocken gerat er als ich fragte, was eBay plane bezüglich der steigenden Wichtigkeit von Social Networks zu machen. Er war sehr zurückhaltend und seine Antwort eher disqualifizierend. Er meinte nämlich, das eBay mehr auf die physischen Netzwerke setze (eBay Live) also Events. Ich denke aber, dass die sicherlich eine Strategie haben, was sie mit den über 180 Mio. Mitglieder und den 100 Mio. PayPal Kunden diesbezüglich machen wollen. Und da wären ja noch die ca. 100 Skype User…

Es war aber toll live mit den Leuten über diesen Case zu diskutieren.

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