Swissup Ranking

Hier meine, ich geb's zu, etwas späte Reaktion auf den offenen Brief von André Hurst Rektor der Universität Genf an Daniel Borel (Gründer von Logitech und swissup) vom 6.4.2006. In diesem offenen Brief hat der Rektor der Uni Genf erhebliche Kritik an dem Ranking, das von swissup seit mehr als 3 Jahren durchgeführt wird, geübt (Nachzulesen bei der Uni Genf Webseite unter "ancien mot du recteur"). Ich füge hier an, dass ich selber mehrere Jahre mit swissup verbunden war und dass ich deshalb nicht ganz objektiv bin. swissup versucht mit dem Ranking kurz gesagt, die Uni's der Schweiz zu messen und rangieren. Dies soll zu mehr Transparenz und damit Wettbewerb um Studenten führen. Schlussendlich sollte der Student dank dem Ranking in der Lage sei, die Uni nach deren Qualität und nicht nach derer Nähe oder Reputation zu wählen.

André Hurst hat in seinem offenen Brief in der L'Hebdo unter anderem das Ranking mit einer Fotografie verglichen. Er hat darin die These aufgestellt, dass die Qualität einer Fotografie nach der Qualität des Fotoapparates oder des richtigen Blickwinkels gemessen wird. Schliesslich gipfelt der Artikel darin, dass das Ranking mehr schade als nütze.

Nun vorerst mal ist interessant, dass gerade die Uni Genf, deren Rektor Herr Hurst ist, im Ranking nicht überall sehr gut abgeschnitten hat. Zudem muss man verstehen, dass viele der Rektoren der Schweizer Uni's das Ranking von Beginn weg verdammten. Da hat sich doch eine private Institution tatsächlich an die sakrosankte Universitätslandschaft gewagt und will sich sogar anmassen diese zu messen und zu beurteilen. Und dann auch noch erhoben durch Studentenmeinungen. Dies hat schon vor Jahren bei der ersten Veröffentlichung des Rankings zu erheblichen Protesten vor und hinter den Türen gesorgt. Zugegeben: Das Ranking Ausgabe 2005 hatte Lücken und der Rücklauf war bei gewissen Uni's wirklich miserabel – was natürlich zusätzliche Fragen aufwirft. Mit der notwendigen Unterstützung durch die Universitätsleitung wäre da vielleicht auch noch mehr zu holen.

Dabei hat das Ranking nur gutes im Sinn. Jeder Studienplatz kostet uns pro Jahr zwischen Fr. 17'000 und 50'000 je nach Studienrichtung. Wenn man bedenkt, dass die Wahl des Studienplatzes vorwiegend durch gegebene Entscheidungswege und Informationen getätigt wird, so ist das bereits aus volkswirtschaftlicher Sicht bedenklich. Kommt dazu, dass dadurch oftmals Studenten die Studienrichtung wechseln oder für eine gewisse Ausbildung an einer anderen Uni einen besseren Studienplatz hätten – dies aber mangels Transparenz in die Entscheidungsfindung nicht mit einbeziehen.

Mit einem Ranking und einer Beurteilung der Qualität einer Uni in den verschiedenen Fakultäten, schafft man Transparenz und damit auch Wettbewerb. Und dies ist der zweite Aspekt des Rankings der sehr positiv ist. Was in anderen Ländern schon seit Jahren gang und gäbe ist, beginnt sich nun hier erst recht zu bewegen. Damit entsteht auch ein gewisser Wettbewerb unter den Uni's, sich neuen Trends zu stellen und qualitativ sich zu verbessern.

Ich verstehe nicht, warum die Uni's das Ranking nicht als Chance verstehen, sich dem Wettbewerb zu stellen und sogar positiv an Verbesserungen und Veränderungen teilzunehmen bzw. sie sogar zu gestalten. Jedes Unternehmen führt Befragungen durch, misst die Kundenzufriedenheit und die Verbesserungen, ist tagtäglich in einem Ranking – warum also nicht auch die Universitäten? Denn, im Ausland müssen sie dies nämlich ohnehin tun. Dort ist der Wettbewerb gnadenlos und nur die besten haben international Chancen sich zu profilieren.

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