Sex Sells – auch auf Social Networks

Read/WriteWeb, ein Tech Weblog von Richard MacManus, hat einen guten Beitrag über die Benutzung von “Fake Accounts” in Social Networks gemacht.

Der Bericht zeigt gut auf, wie “Campari” Social Networks wie MySpace, Youtube und andere benutzt hat um mit Fake Accounts Traffic auf eine Webseite zu generieren und damit eine ganze Werbekampagne aufgesetzt wurde.

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Das ganze Thema ist sehr kontrovers. Auf der einen Seite scheinen viele Nutzer diesen “added content” zu mögen – auf alle Fälle zeigen dies die vielen Freundschaftsverlinkungen. Auch scheinen die Macher der beschriebenen Kampagne keine wahnsinnig negativen Feedbacks zu bekommen und sehr zufrieden zu sein.

Auf der anderen Seite will man ja gerade in einem Social Network echte Freundschaften oder Kontakte pflegen. Das sind Fake Accounts aus meiner persönlichen Sicht ein Übel. Zudem nutzen die Werber auch die Plattform ohne zu bezahlen.

In jedem Fall würde ich als Betreiber alles daran setzen um Fake Accounts zu identifizieren und zu bekämpfen. Trotzdem werden wir solche Formen des “Missbrauchs” von Social Networks noch öfters sehen.

Qualitativer Inhalt vs. Benutzer Inhalt

Ich habe in den letzten Wochen verschiedene Unternehmen und Konzepte angeschaut, die sich primär mit hoch qualitativem Inhalt von anderen Anbietern unterscheiden wollen. Die meisten kennen heute Seiten wie Qype, die primär davon ausgehen, dass der Nutzer Restaurants, Bars aber auch Anbieter von Leistungen bewertet und beschreibt.

Nun gibt es aber auch eine Gegenbewegung, die versucht, qualitativ hochstehenden Grundcontent zu mischen mit Kommentaren, Ergänzungen und Bewertungen von Nutzern. Im speziellen habe ich in den letzten Wochen Yabadu und smagoo angeschaut. Es sind beides sehr interessante Konzepte: Yabadu bietet verschiedene Informationen und Dienste rund um das Reisen und Wandern an. Es werden qualitative sehr gut aufbereitete Reiseinformationen zum download bereitgestellt. Der Benutzer hat zudem die Möglichkeit die Reisen zu ergänzen und zu bewerten. Generiert werden die Reisedaten durch Autoren, die wiederum profitieren von den Downloads und damit entsprechend motiviert sind gut Berichte zu schreiben. Dies garantiert den Benutzern, dass die Angaben jeweils aktuell und wirklich gut zu gebrauchen sind, was sonst ja manchmal bei User-generated Content nicht immer der Fall ist.

smagoo hat heute noch ein eigenes Team an Mitarbeiter, die die Anbieter ins beste Licht rücken. Zum Service von smagoo gehört beispielsweise das Aufbereiten von tollen Fotos wie auch entsprechenden Berichten und Texten. So wird versucht, den Anbietern ein volles Serviceprogramm anzubieten und auf der anderen Seite ein tolles Verzeichnis zur Suche nach Restaurants und anderen Diensten darstellen zu können.

Einmal mehr stellt sich die Frage, welche Treiber eingesetzt werden können, damit die Akquisitionskosten auf der Inhalteseite nicht zu hoch werden und damit rasch skaliert werden kann. Es zeigt sich bei solchen Diensten immer wieder, dass Nutzer oft nur einmal eine Chance geben, in einem Verzeichnis zu suchen. Ist es nicht komplett verliert es sofort an Bedeutung und wird nicht mehr gebraucht. Das Ziel muss also für diese Dienste sein, so rasch als möglich ein möglichst komplettes Verzeichnis von Reisen, Wanderungen oder Restaurants in einem gewissen Gebiet (geografisch) zu erreichen. Gleichzeitig aber auch eine Community aufzubauen, die aktiv die Verzeichnisse benutzt und aber auch motiviert ist Feedback zu geben und zu bewerten. Das heisst auf zwei Seiten Viralität und möglichst geringe Akquisitionskosten zu haben: Anbieter und Benutzer!

Auf alle Fälle ist meine persönliche Erkenntnis, dass hoch qualitativer Inhalt durchaus eine Chance hat.

US Wahlen – Erstaunlich

Ich hab gerade bei Facebook eine ganz interessante Analyse entdeckt. Facebook, das führende Social network für Studenten in den USA, hat im Sommer eine spezielle Funktion für die Wahlen in den USA aufgeschaltet. Facebook hat die sich zur Wahlstellenden Abgeordneten und Governor-Kandidaten ermutigt ihre Profile im Social Network zu erfassen und zu unterhalten. Danach konnten die Studenten nicht nur mit den Kandidaten in Kontakt treten sondern auch eine Wahlentscheidung abgeben. Aufgrund aller Wahlergebnisse auf Facebook wurde danach eine Auswertung gemacht. Dabei ist erstaunlich wie oft die Studenten im Trend bzw. Deckungsgleich waren mit dem Wahlergebnis.

Geschafft!

Ja – es gibt mich noch – nach 3 Std. und 55 Min. habe ich das Ziel im Central Park erreicht! Ich danke allen, die mich mit vielen Kommentaren unterstützt haben – das hat mich zu meiner persönlichen Bestzeit angespornt!

Nun zu viel wichtigeren Informationen: openBC/XING geht an die Börse. Und da sind wir schon wieder beim Marathon. Lars Hinrichs hat in den letzten Wochen und Monaten ein gewaltiges Pensum absolviert und ist nun auf den letzten Kilometern zum Ziel. Es braucht sehr viel Kraft, Ausdauer und Nerven in einem solchen Prozess. Gerade am Ende der IPO Vorbereitung sind unzählige juristische, finanztechnische und geschäftliche Sachen, die bearbeitet, koordiniert und gelöst werden müssen. Und bei einem Börsengang sind viele Interessen die geschickt koordiniert werden müssen: Investoren, VC, Mitarbeiter, Partner, Investment Banker, Neuinvestoren, Aktionäre, Revisionen, Juristen usw.

Es ist aber auch ein ganz spannender Prozess mit vielen Meetings und mit unzähligen potentiellen neuen Aktionären, denen die Idee und das Geschäftsmodell von openBC/XING verkauft werden muss.

Also Lars und sein Team laufen im Moment ihren eigenen Marathon. Ich wünsche Ihnen für den ersten Börsengang eines Web 2.0 Unternehmens überhaupt, viel Kraft und Durchhaltewillen.

Warum sind uns die USA bezüglich Software überlegen?

In new York angekommen, habe ich heute Morgen über einen Beitrag nachgedacht:

Ich habe bereits in den 90er Jahren mal einen Vortrag über dieses Thema gehalten und im Rahmen eines Beitrages von Bruno Bucher im STARTUP Forum auf openBC/Xing bin ich wieder mit dem Thema konfrontiert worden. Warum ist eigentlich die USA in Bezug auf Software immer noch weltweit führend?

Ich hatte damals eine Arbeit von Prof. Erran Carmel von der American University in Washington DC herangezogen. Eine interessante These war damals der Umgang mit immateriellen Gütern und wie diese finanziert und produziert werden. Er hatte in seinem Aufsatz dazu sehr schön aufgezeigt, welche enorme Erfahrung die USA von der Filmindustrie in diesem Gebiet nutzen konnten. Zudem hatte er darauf hingewiesen, dass die “Produktion” von Software kein normaler Industrieprozess ist und deshalb enorme kulturelle Unterschiede bestehen zwischen der Produktion von Maschinen und der Produktion von Software.

Erran Carmel hat seine Arbeit 2003 aktualisiert und ich habe sie hier angeführt als download. Das neuere Dokument zeigt mehr die Bedeutung des Staates und hat neuere Informationen wie andere Staaten die Software Industrie im Speziellen gefördert haben (Ireland, Finnland oder Costa Rica). Es ist eine kurze aber, so glaube ich zumindest, interessante Info.

Hier downloaden: errancarmel_successfactorssoftware-nations.pdf

Unternehmer und Marathon?

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Ich bin in der Endphase der Vorbereitung meines Marathons 2006, dem New York Marathon. Es ist meine vierte Teilnahme an diesem Grossanlass und ich habe seit Anfang Jahr auf dieses Ereignis trainiert. Ich gebe es zu: Seit einigen Jahren, was ich mir vorher nie hätte vorstellen können, bin ich ein begeisterter Jogger.

Nun werden einige sagen: “Marathon laufen, das könnte ich nie!” Falsch! Wie so oft ist es nur eine Frage des Trainings und des Willens. Gut ich geb’s zu, es braucht oft auch eine grosse Portion Überwindung. Gerade wenn es kalt oder nass ist und man weiss, dass man gerade jetzt einen langen Dauerlauf machen muss.

Ich habe mir oft überlegt, dass eigentlich ein Marathon laufen viel mit Start-up und Unternehmertum zu tun hat. Man arbeitet hart und lange auf ein Ziel zu. Es geht auf und ab, es gibt Hochs und Tiefs, innere und äussere Widerstände und es kann auch mal weh tun. Aber die persönliche Befriedigung am Ende, das Erlebnis insgesamt ist unbeschreiblich. Und es ist immer wieder verblüffend, was man eigentlich leisten kann.

Also, wieder mal Allen die mitten im Start-up-Marathon oder einem anderen Marathon drin sind: Durchhalten und Weitermachen – das Ziel ist nicht mehr weit. Oder, wie’s jeweils im Central Park tönt: “Your looking good – Go Go Go!”

Für alle, die ein bisschen Feeling vom NYC Marathon erleben wollen – hier per Video.